so verrückt ist das alles doch garnicht

Das leben läuft. Ich habe eine Freundin. Nein, keine gute Freundin, oder beste Freundin. Ich bin mit einer Frau zusammen. Finally the dreamer gets what he wanted…

Ich studiere an einer Universität. Ich habe ein Auto, einen Laptop. Ich bin zufrieden. Gestresst und erschlagen, aber zufrieden.

 

Je mehr man von den dingen bekommt, die man so lange begehrte und sich das leben mit ihnen schön malte, desto mehr werden eben diese schönen dinge kalt und lieblos teil des alltags und der Normalität und man verliert den sinn dafür, dass sie etwas besonderes sind. Das man sich schier ewig gewünscht hat, in der situation zu sein, in der man endlich ist, vergisst man. Ich fühle mich als hätte ich aufgehört zu träumen. Eine Freundin zu haben war für mich deshalb so wichtig, weil ich glaube sie gibt meinem leben eine andere Richtung. Natürlicherweise begeht man schließlich das, was man nicht haben kann. Das waren für mich Liebe und Sex - heruntergerechnet. Doch nun such ich diese Veränderung in mir und finde sie nicht. Ist es das was man „erwachsen werden“ nennt? Dass dem Menschen die Illusionen genommen werden. Denen die wie ich sind und die deshalb nicht auf andere hören, letztlich erst durch zwingende Erkenntnis?  Nicht erfüllte Illusionen sind das Übel dem die Enttäuschung zugrunde liegt.

Die Medien malen, nein kritzeln, eine Welt die eher einem krankhaft kontrastverstärkten Paralleluniversum entsprungen zu sein scheint. Meine antike und immer noch nicht ersetzte Bildröhre bleibt kalt, doch der Flut an trashiger Internet pseudo- Popkultur kann man kaum entkommen. Doch entspringen die falschen Vorstellungen des Lebens genau diesen Flimmerkisten. Denn was machen sie? Sie manipulieren. Unglaublich unterbewusst, brennen sich die Bilder in den Kopf. Das geistige Auge wird verblendet von Barbusigen Traumfrauen und akribisch geplanter politischer Meinungsmache. Auf einem Sender läuft ein Actionfilm der den US-Amerikanischen Patrioten preist und wer es wagt umzuschalten wird drittklassigen Dokumentationen der Marke „Raus aus Deutschland“, „Frauentausch oder „Das perfekte Promidinner“ bestraft. Aber alles das ist noch besser als der Schrecken der Unwissenheit und ewig Neugierigen: Galileo Mystery. Aber um solch unterirdisch gutes Programm sollte man sich nicht sorgen, lieber kann man sich auf den nächsten Stromausfall freuen, wenn mal zur Abwechslung alles still ist.

Oder?

 

In meinen Haushalt flattert jeden Tag eine Tageszeit. Eine von vielen in Deutschland und wie alle Zeitungen ist sie leider zu einem Medium der vorgegebenen Meinungsverbreitung verkommen. Welche Zeitung kann denn von sich behaupten nicht nur eine Stimme ans Volk, sonder eine Stimme des Volkes zu sein? Die BILD? Wohl kaum! Auch nicht wenn sie mit Volkszahnbürsten und Volksnotebooks wirbt. Wenn es Zahnhygiene und Elektronik sind, welche die Deutschen zusammenhalten, dann gute Nacht!

Nein, wenn man von geplatzten illusionären Seifenblasen spricht, fällt früher oder später auch der Glaube an eine gute Welt. Eine Welt in der das Gute über dem Bösen steht. Eine Welt in der Menschen regieren, die aus ihr eine bessere für alle machen wollen. Als Kind und Teenager denkt man, dass man vieles in der Welt nicht versteht, doch ahnt man nicht, welch unheil sich in Wahrheit abspielt.

Friede ist nicht das Ziel der mächtigen der Welt. Waffenexporte und Rohstoffkriege à la Irak sind zu lukrativ und bedeutend. Mit einer CDU/CSU geführten Regierung währe auch Deutschland aktiv und offiziell an diesem Krieg beteiligt, haben doch unsere jetzige Frau Bundeskanzler und andere hochrangige Politiker der gemäßigten Rechten, Präsident Bush ihre Unterstützung bei seinem „Krieg gegen den Terror“ beteuert. Ich respektiere Menschen die an den Weltfrieden glauben und sich dafür einsetzen, doch werden sie ihn nicht erreichen. Das Netz der Machtverflechtung reicht einfach zu tief in dieser Welt. Die mächtigen Familien dieser Welt, von denen eine die Bushs sind (George W. Bush Jr. und dessen einstiger Herausforderer John Kerry sind übrigens entfernte Cousins), würden wohl nur ungern mit ansehen, dass sich ihre Pläne einer Weltregierung in Friede und Wohlstand der gesamten Weltbevölkerung auflösen. „Wer macht hat, missbraucht diese“. das ist keine neuer Erkenntnis, sondern erschreckende Wahrheit.

Auch die Bekämpfung des Welthungers ist nicht Ziel der Mächtigen dieser Welt. Tag um Tag werden Nahrungsmittel vernichtet um die hohen Produktionskosten der Industrie zu rechtfertigen und diesen korrumpierten Kreislauf am Laufen zu halten. Ein Afrika ohne Kriege würde den Weltmächten dieser Welt teuer zu stehen kommen, denn wer kauft denn die ganzen Waffenmassen, wenn nicht die rohstoffverwöhnten Afrikanischen Regierungen?

 

also wie gesagt: das leben ist super

29.10.09 21:50

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